Vom effektiven Umgang mit Widerständen

Widerstand ist der siamesische Zwilling der Veränderung. Keine Veränderung ohne Widerstand - also ohne Widerstand auch keine Veränderung! Die Klärung von Widerständen ist der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung von Veränderungen. Die Aufgabe im Change Management besteht darin, Widerstände zu nutzen - also mit ihnen anstatt gegen sie zu arbeiten. Widerstand in der Veränderung ist also positiv - zeigt er doch an, dass sich wirklich etwas bewegt. Die Frage, die sich dann jedoch stellt ist: Wie können Veränderungsverantwortliche mit den Widerständen konkret umgehen?

Impulse für den konstruktiven Umgang mit Widerständen

  1. Wenn sich Widerstand bei den Betroffenen zeigt, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass die Veränderung begonnen hat und sich etwas bewegt.
  2. Der Widerstand zeigt an, dass sich die Betroffenen einbringen und mit den Auswirkungen der Veränderung beschäftigen:
  3. Mit Widerstand verteidigen wir Menschen unsere Wichtigkeiten und Werte, also das was uns persönlich ausmacht.
  4. Nutzen Sie die Chance, die Werte der Beteiligten zu entschlüsseln und damit ihre Schatzkiste zu öffnen.
  5. Das Wissen über die Werte und Bedürfnisse der Beteiligten ermöglicht eine individuelle und typengerechte Kommunikation in Veränderungsprojekten.
  6. Veränderung ist erfolgreich und effektiv, wenn den Beteiligten entsprechend ihrer Werte und Potentiale Handlungsspielräume im Veränderungsprojekt eingeräumt werden.

Was sind konkrete Ursachen für Widerstände in Change Projekten?

  • ca. 20% der Ursachen begründen sich rational und sind einfach zu erklären, es handelt sich um die sogenannten harten Themen - sie sind aber nur die "Spitze des zu überwindenden Eisbergs".
  • ca. 80% der Ursachen begründen sich irrational und befinden sich unter der Oberfläche, wir haben es hier mit persönlichen Ängsten, Glaubenssätzen, Werten und Einstellungen zu tun. Erklärungen und der konstruktive Umgang erfordern eine eingehende Analyse mit Fingerspitzengefühl.

Anhand welcher Symptome zeigen sich Widerstände in Change Projekten?

  • Es wird nur scheinbar zugestimmt ("Ja, ist ja gut, wir erledigen das schon.")
  • Konflikte werden möglichst vermieden ("Jetzt sollten wir mal über etwas anderes sprechen.")
  • Konflikte werden heruntergespielt ("Wir haben keine Probleme und verstehen uns alle prächtig.")
  • Nebensächliches wird scheinbar endlos besprochen ("Da ist ein Kommafehler auf Seite drei des Konzeptes.")
  • Statt der Inhalte stehen die Methoden im Fokus scheinbar endloser Diskussionen ("Jetzt müssen wir noch einmal eingehend die grundsätzliche Vorgehensweise klären".)
  • Zudem können unter Umständen folgende Phänomene beobachtet werden:
    • Vorwürfe
    • Drohungen
    • Polemik
    • sturer Formalismus
    • Intrigen
    • Streit
    • Gerüchte
    • Cliquenbildung

Wie Change Management im konstruktiven Umgang mit Widerständen unterstützt

  • Widerstände und seine Hintergründe sowie Muster werden bewusst und systematisch thematisiert
  • Was hilft, ist ein Perspektivwechsel: Die Widerständigen sind nicht gegen die Veränderung sondern für ihre Werte und Einstellungen
  • Widerstände werden mit Einzel- und Gruppengesprächen gewertschätzt und an die Oberfläche geholt - Wertschätzung kommt vor Wertschöpfung
  • Widerstände werden mit typengerechter Kommunikation und professionellen Konfliktklärungsgesprächen geklärt
  • Geklärte Widerstände wirken wie ein Katalysator für Veränderungsprojekte


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