Erfolgsfaktor Kommunikation: Wie der Plausch an der Kaffeemaschine Unternehmen erfolgreich macht.

Ein digitales Messgerät bringt die faszinierende Gewissheit, dass der direkte Austausch zwischen Kollegen - von Angesicht zu Angesicht - nach wie vor der Schlüssel für den Erfolg von Unternehmen ist.

In einer der letzten SPIEGEL Ausgaben mit dem Thema "Mensch sein im Google Zeitalter" stieß ich auf die faszinierenden Erkenntnisse des Bostoner Wissenschaftlers, CEO und Buchautors Ben Waber. 

 

Waber verdient sein Geld damit, die komplette Kommunikation zwischen Mitarbeitern zu beobachten, zu messen, zu vergleichen und zu bewerten. Er hat dazu ein digitales Gerät namens Soziometer entwickelt, das aussieht wie ein Walkman. Es enthält zwei Mikrofone und einen Bluetooth-Empfänger und zeichnet jedes Gespräch auf, das sein Träger führt. 

 

Was gesprochen wird, bleibt dabei tabu, dafür misst das Soziometer aber wie gesprochen wird: in welcher Tonlage, in welchem Abstand die Gesprächspartner dabei zueinander stehen, wie lange die einzelnen reden und wie laut sie dabei werden.

 

Die Auswertung von Tausenden Stunden Material, aufgenommen in diversen Konzernen, Banken und vermutlich auch bei Google (oder eben neuerdings Alphabet) bringt die zentrale Erkenntnis, dass der Austausch zwischen Kollegen – von Angesicht zu Angesicht – nach wie vor der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens ist. Besonders wichtig ist die informelle Kommunikation: der Plausch an der Kaffeemaschine, der Austausch auf dem Flur. Also spannenderweise genau die Kommunikationsformen, die in Zeiten von digitaler Kommunikation und virtuellen Teams leicht als zu analog und überflüssig erscheinen.

 

Am produktivsten sind Wabers Daten zufolge Teams, die intensiv und in lockerer Atmosphäre miteinander kommunizieren. Eine amerikanische Großbank beauftragte Waber zum Beispiel damit, die Burn-out-Fälle in ihren Callcentern zu ergründen. Waber sorgte dafür, dass gemeinsame Kaffeepausen erlaubt werden, da die Soziometer Auswertungen ergaben, dass die Mitarbeiter produktiver und weniger gestresst waren, je mehr sie mit ihren Kollegen redeten. Waber rechnete den Bankmanagern vor, dass sie durch die neue Pausenregelung jährlich 15 Millionen Dollar sparen können.

 

Was bedeutet diese Erkenntnis für Unternehmen und ihre Veränderunsgprojekte? Ein guter und intensiver Austausch zwischen Kollegen und innerhalb von Teams bildet die entscheidende Basis für die erfolgreiche Umsetzung von Strategien und wichtigen Themen. Zeit und Energie sollte deshalb nicht nur in "harte" Projektaufgaben investiert werden, sondern in gleichem Maße auch in die "weichen" Themen wie Kommunikation, Teamentwicklung und Beteiligung.


Mit besten Grüßen,

Ihre Gesine Engelage-Meyer

Inhaberin der VERÄNDERUNGSBASIS 

 

Mehr über Ben Waber und sein Soziometer:

 

Hier erfahren Sie mehr dazu, wie wir Ihren Veränderungserfolg leidenschaftlich gerne unterstützen.


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Kommentare: 4
  • #1

    Markus B (Freitag, 04 September 2015 14:23)

    Ein ganz wunderbarer und vor allem unglaublich wichtiger Artikel. In Zeiten, in denen uns suggeriert wird, sozialer Austausch würde nur noch in sozialen Netzwerken stattfinden, in Zeiten, in denen wir fortlaufend Angst haben Informationen verpassen zu können, "online sein" (fast) schon zur Sucht geworden ist - ist eine solche Erinnerung an die Werte und Wichtigkeit des persönlichen Gesprächs von sehr großer Bedeutung. Und wer hat sich nicht auch schon mal verheddert in den Fallstricken des schriftlichen Dialoges ;-)
    Kommunikation ist zu 80% non-verbal haben wir alle bestimmt schon mal aufgeschnappt, gelernt, erfahren. Also einfach öfter mal Smartphone aus und sich mal wieder unterhalten!

  • #2

    Christine Witthöft (Freitag, 04 September 2015 16:07)

    Kommunikation ist alles. Wenn wir jetzt noch lernen, dass Kommunikation mehr ist als sprechen, schreiben, hören und lesen, dann sind wir am Ziel! Dafür sollten wir uns alle die Zeit nehmen.

  • #3

    Astrid v. der Osten (Dienstag, 08 September 2015 13:24)

    Liebe Gesine,
    schön, dass du ein Thema aufgreifst, das lange überfällig ist. Denn noch immer ist es in vielen Firmen an der Tagesordnung zu sagen, der Small-Talk in der Teeküche sei Zeitverschwendung und nur für die Faulpelze. Doch weit gefehlt.
    Die weibliche Intuition sagte es immer schon, dass ein wenig Netzwerken abseits der offiziellen Meetings gut ist. Aber nun gibt es sogar eine Studie dazu. Vielen Dank für den spannenden, aufschlussreichen Artikel.
    schöne Grüße
    Astrid

  • #4

    infographic (Donnerstag, 23 März 2017 16:44)

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